VERFALLENER RAUM : NEUES LEBEN
VERFALLENER RAUM : NEUES LEBEN
Mit einer unglaublichen Lage
Eine Scheune, die seit fast einem halben Jahrhundert ungenutzt ist; ein Wohnhaus, das schon seit noch längerer Zeit eher einer Ruine als einer Wohnung gleicht; ein alter Flügel, der sowohl sein Dach als auch seine Fußböden verloren hat; eine Lage außerhalb der Bauzone; ein Nebengebäude, das von den Behörden als unansehnlich eingestuft wurde und dessen Abriss uns nachdrücklich nahegelegt wurde, um so nah wie möglich an das ursprüngliche Volumen des Gebäudes heranzukommen. Dies schafft ziemlich komplizierte Ausgangsbedingungen für dieses groß angelegte Projekt.
Zunächst haben wir mit Recherchen und Untersuchungen zu den im Laufe der Jahre vorgenommenen Umbauten des Hauses begonnen, um festzustellen, was am 1. Juli 1972 tatsächlich bewohnbar war (Berechnungsgrundlage für die Erhöhung der Wohnflächen in der HZB). Anschließend wurde eine gründliche Untersuchung des Gebäudes durchgeführt, vom Dachstuhl bis zu den Fundamenten, um eine umfassende Bestandsaufnahme des Bauwerks zu erstellen. Und schließlich hat uns die enge Zusammenarbeit mit dem Service du Développement Territorial in Lausanne (SDT) dazu veranlasst, raffinierte räumliche Lösungen zu finden, um die kantonalen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die Einhaltung des Lastenhefts unserer Auftraggeber zu gewährleisten. So haben wir unter Beibehaltung der alten Steinmauern und des historischen Dachstuhls ein hochwertiges, ungewöhnliches und zeitgenössisches Projekt realisiert, das im Einklang mit dem Geist des bestehenden Bauwerks steht.
Die konzeptionelle Entwicklung, einschließlich der Raum- und Verkehrsführung, ermöglichte es uns, das Hauptvolumen der Scheune im Großen und Ganzen beizubehalten und darin das Wohnzimmer, das Esszimmer, die Küche sowie die vertikalen Verkehrswege unterzubringen. Die Schlafzimmer und Nebenräume befinden sich somit entweder im Untergeschoss oder zu beiden Seiten des zentralen Baukörpers.
Wir mussten uns auch Gedanken über die Lichtführung in einem solchen Raum machen. Die bestehenden Öffnungen wurden beibehalten, zumindest ihre Positionen, wobei wir die Genehmigung erhielten, sie zu vergrößern, teilweise sogar erheblich. Der Einbau von feststehenden Fenstern mit schrägen Rahmen, die in die Kontur der Solarmodule integriert wurden, hat uns eine außergewöhnliche Helligkeit im gesamten Raum beschert und sowohl die historischen als auch die neueren Materialien zur Geltung gebracht.
Ursprünglich für die Futterlagerung und die Aufbewahrung von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen bestimmt, finden wir in diesen Räumen eine Vision der Vergangenheit, die deutlich in den Vordergrund gerückt wird: Hier treffen zeitgenössische Räume, Scheunenschiebetüren, Glaswände, ein zweihundert Jahre altes Dachgebälk und neue Technologien aufeinander und bilden heute ein stimmiges Wohnhaus in einem herrlichen, schlichten, hellen und nüchternen Raum mit einem atemberaubenden Blick auf den Genfer See und den Mont-Blanc.
Leistungen: Projektplanung / Entwurf / Lichtplanung / Pläne und 3D-Visualisierung / Behördliche Unterlagen / Bauleitung
Fläche : 400m2
Datum : 2020
Beteiligte :
- Bauingenieur : Martins Ingénieurs Conseils, Puidoux
- Dachstuhl und Innenausbau : Pittet Frères SA, Vaulruz
- Estrich : Balzan + Imme SA, Cheseaux-sur-Lausanne
- Heizung, Lüftung, Sanitär : Riviera Chauffage-Sanitaire Sàrl, Yvorne
- Parkett : GeneralBat Sàrl, Le Mont-sur-Lausanne
- Elektrik : ATE Electricité Sàrl, Bercher
- Küchen : Amplitude & Fils SA, Rossens
- Dachverglasung : Kowalski Verre SA, Romont
- Schlosserei : Bruno Tomasso




























